Räume schaffen für Kunst
Ein Mollwitz-Event
Wann wird aus einem eingerichteten Raum ein persönlicher Raum? Wann wird aus einem Haus ein Zuhause – ein Ort, der tatsächlich etwas mit den Menschen zu tun hat, die darin leben?
Mit diesen fast philosophischen Fragen beschäftigte sich unser Event „Räume schaffen für Kunst“.
Im Mittelpunkt stand dabei die Verbindung von Architektur, Mensch und Kunst: Architektur schafft den Raum, doch erst die Menschen füllen ihn mit ihrer Persönlichkeit. Und Kunst kann dabei eine ganz besondere Rolle spielen.
Dass diese Gedanken nicht nur in der Theorie funktionieren, sondern unmittelbar erlebbar wurden, zeigte sich an diesem Abend. Ehemalige Bauherren und Interessenten von Mollwitz kamen zusammen, entdeckten und erlebten Kunst in einem unserer Referenzhäuser, kamen ins Gespräch und tauschten Erfahrungen aus. Es entstand eine besondere Offenheit und Vertrautheit – ganz im Sinne einer Gemeinschaft von Menschen, die sich durch ihre Begeisterung für individuelle Architektur und Kunst miteinander verbunden fühlen.
Wann wird ein Raum persönlich?
In ihrer Begrüßung nahm Christiane Mollwitz diesen Gedanken auf.
„Es gehört für mich zu den schönsten Aufgaben als Architektin, Wohnraum zu schaffen.
Architektur schafft den Rahmen: Sie plant Licht und Proportionen, setzt Blickachsen, wählt Materialien und gestaltet Räume. Doch wie ein Mensch darin lebt, lässt sich nicht planen.
Erst Persönlichkeit, Erinnerungen, Gewohnheiten und Lebensart machen aus einem gestalteten Raum einen persönlichen Lebensraum.
Vielleicht ist genau das eine der schönsten Aufgaben von Architektur: einen Rahmen zu schaffen, den der Einzelne mit seiner Persönlichkeit füllen darf.“
Welche Rolle spielt dabei die Kunst?
Genau hier beginnt für Christiane Mollwitz die Verbindung zur Kunst. Denn ein Kunstwerk soll einen Raum nicht einfach nur schmücken oder ein Gestaltungskonzept vervollständigen.
Es kann etwas hinzufügen, das vorher nicht da war: einen Gedanken, eine Geschichte, eine Irritation oder eine Emotion.
„Kunst kann einen Raum zu unserem Raum machen.“
Während Dekoration sich häufig harmonisch in einen Raum einfügt, darf Kunst auch einen Kontrapunkt setzen. Sie darf irritieren, Spannung erzeugen oder Erinnerungen wecken.
Vielleicht liegt darin ihr besonderer Wert für das Wohnen: Kunst muss nicht einfach passen.
„Wenn wir nicht sagen: Das passt schön hierher, sondern: Das gehört zu mir. Dann wird sie persönlich.“
Wenn Kunst den Raum verändert
Für den Abend hatte Christiane Mollwitz zwei Künstler eingeladen, deren Arbeiten sie seit vielen Jahren schätzt: Jeannine Platz und Nando Kallweit.
Jeannine Platz verbindet Malerei, Kalligrafie und Performance. Ihre großformatigen Arbeiten entstehen mit großer körperlicher Unmittelbarkeit – unter anderem malt sie mit den Händen und arbeitet an ungewöhnlichen Orten. Gemeinsam mit den Musikern Andrea Selby und Fontaine Burnett entwickelte sie für den Abend eine frei improvisierte Performance.
Der Bildhauer Nando Kallweit ist für seine feinsinnigen, zugleich kraftvollen Figuren aus Holz und Bronze bekannt. Sie haben die Stärke und Würde von ägyptischen Skulpturen aber auch die dynamischen Formen des Kubismus.
Seine verwendeten Materialien sind Holz, vorwiegend Eiche geschwärzt und Bronze. Seine Arbeiten verbinden archaische Anklänge mit einer modernen Formensprache. Für Christiane Mollwitz hat seine Kunst zudem eine besondere Verbindung zu diesem Haus: Als sie es vor rund 15 Jahren plante, kannte sie seine Arbeiten bereits und ließ sich von ihnen bei der Gestaltung der Räume inspirieren.
So wurde an diesem Abend sichtbar, was Christiane Mollwitz mit dem Verhältnis von Architektur und Kunst beschreibt:
„Architektur schafft den Rahmen für Kunst. Aber die Kunst gibt diesem Rahmen Persönlichkeit.“
Ein Raum für persönliche Begegnung
Vielleicht war genau das die besondere Qualität dieses Abends: Nicht nur Kunst, Musik und Architektur traten miteinander in Dialog – sondern schufen die Grundlage für einen intensiven, persönlichen Austausch.
Und damit schloss sich der Kreis zum Gedanken des Abends: Architektur schafft den Rahmen für die Kunst, die berührte und so zur Triebfeder für den sehr persönlichen Austausch zwischen unseren Gästen wurde.
Schenken, vererben … oder?
Leistungsvergleich Mollwitz vs. freier Architekt vs. konventioneller Generalübernehmer
Mollwitz im Architekturmagazin Cube